Interview und Gastmixe von “Caballo” aus Berlin!

Vor kurzem haben wir euch den tollen neuen Künstler “Caballo” aus Berlin vorgestellt. Die EP “The Legendary Mercy Notes” ist gerade erschienen und wir sind immer noch schwer davon begeistert! Natürlich wollten wir herausbekommen wer hinter “Caballo” steckt und woher die Inspiration für die Musik kommt. Deshalb haben wir ihm ein paar Fragen gestellt und freuen uns sehr, dass er Zeit für uns hatte und seine sehr ausführlichen und interessanten Antworten findet hier im Interview. Außerdem hat er für euch seine Lieblingskünstler zusammengestellt und es gibt nicht nur eine neue Playlist, sondern gleich zwei! Die tolle Playlist auf Spotify gibt es hier: Spotify  und den Gastmix auf 8tracks hier: Tag und Nacht und auch im Frühling: Caballo!

Wir sind tief beeindruckt und fangen schon einmal an zu tanzen! VIELEN LIEBEN DANK!

 

Wenn du deine Musik in drei Wörtern beschreiben müsstest, welche wären das?
Erotisch, schwitzig, klar.

Was sind diese geheimnisvollen Mercy Notes?

Das erste Mal habe ich während eines Interviews der White Stripes von den Mercy Notes gehört . Jack White erzählte von einer nicht erklärlichen Fügung, von unter mysteriösen Umständen aufgetauchten Noten, die zur Produktion des “Elephant“- Albums führten. Kurz danach erhielten die White Stripes einen Grammy dafür. Anfangs hielt ich es für ein Ammenmärchen, doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass die Indierocker nicht die einzigen waren, die die Mercy Notes erhalten haben. Auch Künstler wie Robert Johnson, Bob Dylan und George Michael sollen ihre großen Erfolgsalben den Noten verdanken. Aber es wurde mir schnell klar, dass jeder seinen Preis für die Mercy Notes zahlen musste, denn, sein wir mal ehrlich: Wer trägt schon freiwillig den „Pommes-Schranke-Look“ der Stripes?
Selber kam ich Ende 2014 in Kontakt mit den mysteriösen Noten. Anfangs eingeschüchtert und gespannt, was wohl mein Preis sein würde, habe ich mich bald an die Produktion gemacht. Zusätzlich habe ich die Noten via Jellynote im Netz veröffentlicht, sodass jedermann sie sich dort anschauen und sogar anhören konnte.

Wo in Berlin trifft man dich wenn du nicht selbst auf der Bühne steht?
Am meisten interessieren mich die „unbekannten“ Künstler. Viele denken, dass unbekannt gleich talentfrei oder gar schlecht bedeutet. Das stimmt nur nicht. Deshalb bin ich am Liebsten dort, wo man diese Künstler hören kann. Das kann auch mal eine Bar am Ende des Weddings sein.

Wenn du deine Musik in einer Farbe malen müsstet, welche wäre das?
#483D8B

Du warst gerade mit deiner Band “Disco Love Machine” auf Tour durch Deutschland, welche Musik läuft bei euch dann im Tourbus wenn ihr unterwegs seid?
Dadurch, dass wir offen sind für jegliche Art von Musik läuft von d’Angelo über Caribou bis hin zu Tom Waits alles. Wobei ich sagen muss, am Interessantesten war die, in der letzten Ecke des Vehikels, gefundene „The Dome“ CD von vor 10 Jahren. Unglaublich, was da drauf war. CD an und jeder durfte mit einem Joker ein Lied weiter skippen, wenn er es nicht mehr ausgehalten hat. Hits wie „Win the Race“ von Modern Talking oder „Let’s get back to bed-Boy“ von Sarah Connor, lassen die „Skip-Joker“ ziemlich schnell verschießen und dann musste man sich den Rest in voller Länge geben. Herrlich!

Große Festivalbühnen oder kleinere Club Konzerte, was ist euch lieber?
Definitiv Club-Gigs. Wenn ein ganzer Club anfängt zu schwitzen, weil du sie mit deiner Musik zum Tanzen bringst, ist das unglaublich. Außerdem haben Clubs immer was Intimes und das ist schön.

Wann kann man dich bzw. euch wieder in Berlin live erleben?
SPOILER: Am 06.06. kann man CABALLO in Moabit sehen. Näheres muss allerdings noch geklärt werden. Auf jeden Fall gibt es alle Infos auf der Facebookseite.

Mit welchem Künstler bzw. welcher Künstlerin würdest du gerne mal die Bühne teilen?
Questlove von den roots an den Drums, Jack White als Backingvocals und Adam Cooper als Tänzer. Das wird ernst und witzig zu gleich oder ne totale freak show.

Was findest du am Berliner Musikgeschehen besonders cool und was geht dir richtig auf die Nerven?
Ein Freund ist der Meinung, dass es in Berlin keine Musiker gibt, sondern nur Stars. Wenn man sich das genauer anschaut, hat er gar nicht so unrecht. Für mich sind Musiker Menschen, die gemeinsam was erzeugen, bezwecken oder erschaffen. Erst durch das Miteinander wird die Musik und die Szene groß und besonders. In Berlin scheinen allerdings viele der Meinung zu sein, dass man nicht ohne Ellenbogen und Rumgearsche an die Spitze der Erfolgsleiter kommt. Leider springen zu viele darauf an, sodass dieser intolerante Hügel auch noch größer wird. Das nervt ziemlich!
Wenn man den jedoch ausblendet und wahrhaftige Musiker trifft dann explodiert der Input förmlich. Nicht zuletzt dadurch, dass Berlin offen ist sowohl für Neues aber auch Altbewehrtes.
Ich genieße es zu experimentieren und befreundeten Musikern Feedback und Unterstützung zu geben und zu erhalten.

Auf was freust du dich diesen Sommer am meisten?
Nachts draußen leicht bekleidet neue Tracks schreiben.

Über die Playlist auf Spotify:

1. Flaming Lips- Look…the sun is rising
Die Flaming Lips schaffen einen Spagat zwischen Psychodilic und Pop. Die Sounds sind experimentell, aber nicht unangenehm. Das gefällt mir.
2. Kavinsky – Roadgame
Pitchfork schrieb: „[…]the feel of uncompleted demos by an age-old hair metal band.“
Stimmt! Und gerade das macht es charmant. Die Musik ist direkt und ehrlich. Diese Platte war ein ständiger Begleiter, inspirierte und bestärkte mich, meine Sounds nach meinem Geschmack zu kreieren.
3. Moloko – Familiar Feeling
Rosin Murphy ist für mich die außergewöhnlichste Sängerin, die ich jemals gehört habe. Sie spielt mit ihrer Stimme, wechselt zwischen nasal, kehlig, klar und dem puren Sex!
4. Soulwax – E-talking (NiteVersion)
Nachdem ich damals zum ersten Mal das Album in den Händen hielt, gab es nur Soulwax auf meinem (Achtung) Discman (45sec antishock). Ein Jahrzehnt später habe ich erst von Nite Version gehört und war ein weiteres mal begeistert.
5. Air – Le voyage de Penelope
Air war und ist für mich ein ewiger Wegbegleiter. „Le voyage de Penelope“ ist ein gelungener Schluss für „Moon Safari“. Diese Platte ist ein musthave
6. George Michael-Amazing
Lockere, sexy Stimme. Nicht ohne Grund war er es, der Wembley 1992 mit Queen auf der Bühne stand.
7. Paco de Lucia-entre dos aguas
Ein hoch auf meine Wurzeln. Paco war der Flamenco-Gott. Mein persönliches Lieblingslied hier im Mix.
8. Gipsy Kings-Bamboleo 
Und weil die Wurzeln tiefer reichen als vorher geahnt, hier die Gipsy Kings. Tatsächlich, war dies ein Lied, welches mein Vater mir vorspielte. Die Gipsy Kings bekamen 2014 einen Grammy für Savor Flamenco
9. Cameo – Word Up
Groove pur. Jan Delay hätte sich kein besseren Song zum Covern aussuchen können.
10. Sting – If You Love Somebody Set Them Free
Am Ende eines studioreichen Tages, nachdem Bässe und Synth einem die Ohren matschig gehauen haben, habe ich immer Sting gehört. Für mich das Beste um abzuschalten und den Abend zu genießen.

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