New Album from the wonderful Rue Royale on 9th September – here’s a little foretaste…

Rue Royale sind es gewohnt, auf den weniger befahrenen Wegen zu reisen – und sie haben nichts dagegen, andere mit zunehmen. Für ihr kommendes, ihr drittes Album ›Remedies Ahead‹ hat das anglo-amerikanische Duo Rue Royale seine Türen weit aufgestoßen und es Freunden und Fans ermöglicht, beim Entstehungsprozess ihrer bisher mutigsten und romantischsten Arbeit teil zu haben. Nachdem sie mehr als 100 000 Meilen auf Tour zurück legten, haben Ruth und Brookln Dekker im März 2013 ›Remedies Ahead‹ aufgenommen.

Das Paar wollte dabei von Beginn an seine Fans involvieren und startete zur Finanzierung des Albums eine Kampagne über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Beiträge von vier bis zu überwältigenden 1000 Pfund wurden dabei eingebracht und Rue Royale erreichten spielend ihr Ziel. Brookln fasst die Geschichte zusammen: “Wir waren es gewöhnt, Rue Royale von unserem kleinen Zuhause in Nottingham aus völlig allein zu betreiben. Alles war selbstgemacht. In unserem Studio im Schlafzimmer im oberen Stockwerk nahmen wir die Musik auf, nähten dann die Cover zusammen und verpackten alles in unserer Küche. Wir wussten, dass wir unseren Wohlfühlbereich verlassen und uns selbst einen Stoß verpassen müssten, um den nächsten Schritt gehen zu können. Alles ging dann los, als einer unserer deutschen Fans ein Video für unsere Kickstarter Kampagne anfertigte. Der großartige Zuspruch war ja nicht gewiss. Und wir waren sehr erleichtert und auch verlegen, als das anvisierte Ziel erreicht wurde!” Die Finanzierung ermöglichte es der Band, sich für zwei Wochen im Bat Box Studio im südenglischen Lewes einzumieten. Unterstützt wurden die beiden dort durch ihren langjährigen Freund, Kollaborateur und Produzenten Paul Pilot (Duke Special, Beth Rowley, Athlete) sowie ein Eichhörnchen ohne Schwanz, das die ganze Zeit im Dachstuhl herum klapperte.

Anders als bei ihren ersten beiden Alben – ›Rue Royale‹ (2008) und ›Guide To An Escape‹ (2011 und 2012 wieder-veröffentlicht von Sinnbus) enstanden die Stücke diesmal zum grüßten Teil auf Tour. “Fast jedes Demo haben wir über mein iPhone während der Soundchecks aufgenommen”, erinnert sich Brookln. “Das heißt, die Stücke nahmen ihre Form eher in großen Räumen an als in unserem Zimmer. Diese reduzierten Entwürfe nahmen wir mit ins Studio, um zusammen mit Paul einige der freien Stellen auszumalen. Oft mit nur ein oder zwei Versuchen.” Diese mehr selbstbewusste Heransgesehensweise erlaubte es Rue Royale, auf ›Remedies Ahead‹ künstlerisch wesentlich mehr zu riskieren. Während der Puls der Bassdrum noch immer einige der Stücke antreibt, so tragen rhythmische Figuren zum Bespiel den Album-Opener ›Change My Grip‹ oder das Gänsehautfinale von ›Every Little Step‹. Zerschnittene Loops von Kinderschlagzeugen, Darmsaiten- und Elektrogitarren, Moog Synthies, Klavier tauchen alle auf diesem Album auf, die Hauptzutat bleibt paradoxerweise: Platz zum Atmen.

Freunde der Band, die 2006 in Brooklns Heimatstadt Chicago gegründet wurde, werden die gospelhaften und von Fleetwood Mac beeinflussten Harmoniegesänge wiedererkennen, sicher aber werden sie nicht knarrenden Syntie-Basslinien und Loops erwarten, die sich unter den rührenden Melodien von ›Tiny Parcels‹ oder ›Pull Me Like A String‹ versteckt halten. Entwurzelung ist nach wie vor das vorherrschende Thema, aber es gibt auch ein wachsendes Gefühl von hoffnungsvollem Trotz auf ›Remedies Ahead‹, versinnbildlicht im Live-Favoriten ›Try As They Might‹ mit seinem Refrain: “Try as they might/they cannot get me down” oder “With the step of a waltz/feeling low but walking tall” aus “Brought Up Somewhere Else”. ›Every Little Step‹ vollendet schließlich den textlichen Bogen des Album mit den ersten zwei Zeilen: “Can’t go back/Can’t go backwards”.

Das Heimunternehmen, das bereits bis in die entlegendsten Ecken von Europa und den Vereinigten Staaten gekommen ist, bricht nun aus und auf – auf der Suche nach Heilmitteln, die da irgendwo auf dem Weg vor ihnen liegen.

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