Minitimer Katzenposter im indieberlin Interview und am 15.11. live in den Neuen Kammerspielen – wir verlosen 2×2 Freikarten!

Mit dem Rostocker Quintett Minitimer Katzenposter bringen wir deutschsprachigen Indierock vom Feinsten nach Kleinmachnow. Also merkt euch bereits den Gig-Termin am 15.11. und für alle, die gern mal umsonst aufs Konzert gehen – mailt uns wie immer an win(at)indieberlin.de und mit etwas Glück steht ihr auf der Gästeliste – wir verlosen 2×2 Freikarten! 

Wir haben der Band vorab für euch ein paar Fragen gestellt…. Viel Spaß!

ib: Wenn ihr euch mit drei Schlagworten identifizieren müsstet, welche wären das?  Henri: Liebe.zur.Musik.
Stephan: “Sechs Trucks” und “Rock’n’Roll”. Oder “Eimer für alle”.

ib: Wie habt ihr euch als Band gefunden? Henri: Das hatte entweder was mit dem Weltall oder mit Kontaktanzeigen zu tun – für genauere Angaben müssten wir unseren Chronisten befragen (sofern wir einen haben).

ib: Was kommt zuerst – was kommt (manchmal vielleicht?) zu kurz: Text oder Musik? Henri: Wir versuchen, das als Einheit zu verstehen, was aber nicht immer so richtig klappt. Momentan probieren wir viel aus und suchen nach neuen Sounds, sodass die Musik wohl derzeit im Vordergrund steht. Hieran schließt dann aber auch eine verstärkte Diskussion der Texte an.
Stephan: Während die Musik zurzeit von uns allen kommt, sind die Texte immer noch hauptsächlich Arnes Baby. Er muss sie ja schließlich auch singen und sich mit ihnen identifizieren.
Henri: Insgesamt sind Inhalte für uns als Band wichtig, jedenfalls solange, bis Martin Sonneborn die Überwindung derselbigen durchgesetzt hat.

ib: fühlt ihr euch als eine Stimme eurer Generation? Arne: Stimme einer Generation zu sein, bedeutete, sich gewissermaßen einen “Führungsanspruch” zu eigen zu machen. Das liegt uns fern. Außerdem ist es sicher schwierig, im Moment so etwas wie eine Generation zu identifizieren. Es gibt nicht mehr die “Popper” und die “Punker” oder die “68er”, sondern vielleicht eher eine unübersichtliche Landschaft an autonomen Subkulturen, die sich jeweils ihre eigenen Realitäten, Codes und Ansichten schaffen. Das muss gar nicht schlecht sein, aber da einen gemeinsamen Nenner zu finden oder eine Art Sprachrohr zu kreieren, scheint mir unmöglich.
Henri: Genau, solche Begriffe unterstellen immer eine Deutungsmacht, die uns nicht zusteht. Natürlich sprechen wir immer auch aus solchen Subkulturen, sind ja auch Teil dieser, aber eben nur als Teile, nicht als Repräsentanten. Wir können nicht sagen, wie andere handeln sollen, können aber auch nicht verhindern, zu sagen, was wir tun würden. Wie die Hörer_innen damit umgehen? – das entzieht sich unser Einflussnahme. Und das ist auch gut so.
Stephan: Wenn man sich mal nur das das Alter der Besucher_innen unserer Konzerte ansieht, wäre es eher ein Stimmen-Wirrwarr eines Mehrgenerationenhauses, für das zu sprechen wäre. Und das ist keine schlechte Sache.

ib: Was war euer schlimmstes Konzerterlebnis? Arne: Nazis, die auf einem Open Air zwischen letztem Song und Zugabe einen Moment der Unachtsamkeit ausgenutzt und unsere Bühne für ihre kruden “Botschaften” missbraucht haben. Im Anschluss kamen Polizist_innen, die uns die Hetze zugeschrieben und von der Bühne geholt haben.
Stephan: Auf jeden Fall das, ja. Nach dem Konzert haben wir uns dann nur noch im Rudel bewegt, um gegebenenfalls besser vor Raubtieren geschützt zu sein. Das war bisher das einzige mal, dass so etwas passiert ist. Sowas lässt sich eben leider nicht vorhersehen. Ich denke auch sehr ungerne an einen Abend in Magdeburg zurück, an dem wir vor einem (in Zahlen: 1) Betrunkenen gespielt haben und unsere Gage darin bestand, dass uns die Barfrau erlaubte, uns selber zwei Kästen Bier zu kaufen und im Backstage-Raum unterzustellen. Da Abend endete mit einer übermüdeten Nachtfahrt zurück nach Rostock.

ib: In 10 Jahren guckt ihr zurück auf heute und denkt: ? Arne: Wie schön, dass wir die vielleicht beste Zeit unseres Lebens gemeinsam erlebt haben. Dass wir die Freiheiten, die uns unser Alter und das Studieren geben, (aus)genutzt und eben nicht immer das gemacht haben, was zu der Zeit von uns erwartet wurde. Neben all den gesellschaftlichen Zwängen und Lernprozessen, die uns auch unser Alter und das Studieren auferlegen, kann man nämlich auch selbst eine ganze Menge sinnvolles Zeug lernen. Das haben wir gemacht.
Stephan: Wahrscheinlich: „Das waren zehn Monate. Maximal. Aber sie waren wunderbar.“

ib: Was ist für euch ein absolutes No Go beim Touren? Henri: Konzerte halbherzig zu spielen, nur weil der Zuschauerraum mal leerer ist.
Stephan: Nörgeln. Egal über was. Touren ist das beste auf der Welt. Wenn’s mal nicht ganz so gut läuft, vergisst man schnell, dass wir Priviligierte sind. Nicht jeder Ausgewachsene hat jährlich die Möglichkeit auf eine Klassenfahrt mit guten Freunden zu gehen. Da ist kein Platz für eine Grumpy Cat.
Arne: Direkt von der Bühne ins Bett. Egal, wie fertig man auch nach 7 Konzerten in Folge ist. Ich glaube, das ist uns bisher noch nie passiert. Das gehört sich auch nicht.

ib: Großstadt-Venue oder Kleinstadtpartie, wo spielt ihr lieber? Henri: Beides gern. Obwohl die Kleinstadtpartie wohl die größere Potenz für tolle Überraschungen hat, da hier doch häufig die Erwartungen geringer sind.

Vielen Dank und bis zum 15.11. in den Neuen Kammerspielen!

Interview: Mia Morris

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