Concert review: Max Gazzè im Frannz Club

Max Gazzè at frannz club by Caterina Gili indieberlin

Max Gazzè ist im Moment vielleicht der angesagteste Künstler in Italien, wenn es darum geht Popmusik mit einer gehörigen Packung Ironie in einem angenehm intelligenten Glanz erstrahlen zu lassen. So verwundert es nicht, dass er mit seinem fantastischen Gespür für Songwriting es bis zum renommierten San Remo Musikfestival gebracht hat.

Diesmal macht er sich dann nicht nur auf durch Europa zu touren, sondern wird sogar Abstecher nach Japan, China und einen längeren Aufenthalt in den USA machen. Dabei hat er eine vierköpfige Band, die den gleichzeitigen Sänger und Bassisten mit allem Nötigen ausrüstet um sein Repertoire zu präsentieren. Nun machte er also Halt im Frannz Club.

Eine äußerst facettenreiche Berg- und Talfahrt durch die Popmusik mit Genreanklängen aus Rock, Ska über Country bis Jazz

Nach einem freundlichen “Buonasera!” und der darauffolgenden kollektiven Publikumsantwort ist dann auch geklärt, dass der Großteil der Zuschauer durch in Berlin lebende Italiener repräsentiert wird.

Noch bevor der erste Ton fällt stellt Max Gazzè seine Band vor, die das Konzert durchweg eine gehörige Portion Spielfreude und Interaktion beisteuern wird. Was folgt ist eine äußerst facettenreiche Berg- und Talfahrt durch die Popmusik mit Genreanklängen aus Rock, Ska über Country bis Jazz.

Alle Songs machen eine Punktlandung und so gut wie immer kann sich die Band sicher sein, dass sie die Stimme des Publikums als Verstärkung im Rücken hat. Als weiteres wichtiges Bandmitglied wird ebenfalls frühzeitig der Techniker vorgestellt, der regelmäßig neue Bassgitarren auf die Bühne bringt, dem Mischer wild gestikulierend durch den Saal die Soundsituation schildert und in der freien Zeit immer weitgrinsend zur Musik am Rand der Bühne mittanzt.

Das Konzert endet mit einem druckvollen Finale serviert durch den wie es scheint wildgewordenen Schlagzeuger. Fast etwas schade, dass größtenteils nur Italiener da waren. Vielleicht sollte man diesen Sommer das aktuelle Album nochmal etwas in Deutschland durch die Radios rotieren. Verständigungsprobleme hin oder her – soviele Misheard-Lyric Entgleisungen die wir uns schon mit englischen Texten geleistet haben – da wird es ja für ein bisschen Grunditalienisch ausreichen.

Und dann wollen wir mal sehen wer hier die Hitparade anführt.

Rezension wurde von Christoph Grzeschik geschrieben

 

 

Fotos by Caterina Gili

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