Bücher überall: Die Leipziger Buchmesse und das Festival Literatur BERLIN – mit Verlosung

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Die Leipziger Buchmesse 2019 ist vorbei, aber hier in Berlin läuft noch bis zum 6. April das Festival Literatur BERLIN und bei uns könnt ihr Freikarten gewinnen. Heute Abend erzählen Harald Hauswald und Chrsitoph Dieckmann zum Beispiel von Weltstars in der DDR und stellen ihr Buch Like a Rolling Stone vor. In den kommenden Tagen könnt ihr unter anderem noch etwas über Rosa Luxemburg, Bertolt Brecht, Theodor Fontane oder 30 Jahre Mauerfall erfahren, ihr könnt diversen Autoren lauschen und mit ihnen über ihre Bücher sprechen, und dann wird am 6.4. der Literaturpreis Prenzlauer Berg verliehen. Das gesamte Programm findet ihr hier.

Die Zahnfee wird zur Glücksfee: Verlosung

Besonders ans Herz legen möchten wir euch aber noch eine Buchvorstellung am Donnerstag, den 4.4., also in einer Woche: “Milchzähne” ist eine Dystopie, ein “Debütroman von traumwandlerischer Schönheit und märchenhafter Grausamkeit”, wie die Ankündigung der Veranstaltung verspricht. Helene Bukowski stellt ihr Buch im Gespräch mit Zsuzsa Bánk (“Der Schwimmer”, “Helle Tage”) vor und wir verlosen 3 mal 2 Freikarten für diesen Abend. Einfach eine Mail an claudia [at] indieberlin [dot] de senden.

Aber reden wir noch einmal über die Buchmesse.

In den letzten Jahren drehte sich die Diskussion während und nach dem viertägigen Großevent vor allem um rechte Verlage und ein Wichtigkeitsgerangel zwischen Feuilleton und Mangahalle. Meine Meinung dazu ist klar: Es ist genau diese Vielfalt, für die wir alle kämpfen sollten. Ich will eine Messe, auf der ebenso für ernste Themen Platz ist wie für Unterhaltung – Nur für Nazis sollte auf der Messe kein Platz sein. Und auch sonst nirgendwo. Intellektuelle und Cosplayer dagegen haben dieselbe Existenzberechtigung, beide bereichern für mich die Messe, und dazwischen ist unglaublich viel Platz für so ziemlich jedes Genre, das man sich vorstellen kann. Von Alien-Erotik über Fantasy, Steampunk und Horror bis hin zu kleinen Formen und dicken Wälzern, schön gestalteten Gedichtbänden und Zustandsberichten, die uns wortgewandt erklären, was aus Deutschland geworden ist.

In diesem Jahr drehte sich – zumindest in meinem Dunstkreis, der sich auf die Hallen 2 und 3 konzentriert und häufig mit Phantastik im weitesten Sinne gefüllt ist – das Gespräch um Sichtbarkeit, Sexismus und Wikipedia, nachzulesen hier. Und während vorne in der Glashalle die Stimme meiner Jugend Bela B. auf dem Blauen Sofa über seinen ersten Roman plaudert, bin ich in ebensdiesem meinem Dunstkreis von der Vielfalt begeistert, die auf dem Gebiet der Phantastik veröffentlicht wird. Einige Verlage konzentrieren sich völlig darauf, das jeweils Großartigste – im Bereich Horror auch gern das Abartigste, was dort durchaus synonym mit großartig sein kann – zu übersetzen, was auf dem amerikanischen Markt zu finden ist. Der noch junge Buchheim Verlag spezialisiert sich auf bildschöne, aufwendig illustrierte Geschichten, zuletzt druckfrisch Tim Lebbons Roman “The Silence”, dessen Verfilmung mit Stanley Tucci ab Mai in die deutschen Kinos kommt.

Monster, Zombies und ausreichend Platz für Ernsthaftigkeit

Aber es gibt auch immer mehr Bücher, die ein bestehendes Thema oder Genre nehmen und einfach mal eine deutsche Version davon präsentieren: Gerade ganz aktuell die wie in Blut getränkte Anthologie “German Kaiju”, in der sich Monster à la Godzilla durch deutsche Großstädte und Landschaften pflügen und keinen Stein auf dem anderen lassen. Auch die Reihe “Zombie Zone Germany” passt in diese Rubrik. Die Anthologie “Ghost Stories of Flesh and Blood” dagegen lässt ganz einfach deutsche Autor*innen mit einem uramerikanischen Genre spielen, nämlich dem New American Gothic. Man denke an Poe und klassische Spukgeschichten, kombiniert mit modernem Splatter.

Wer nun meint, Phantastik-Verlage machen nur Kawumm und Hokuspokus, dem sei die Anthologie “Dunkle Ziffern” ans Herz gelegt. In den Geschichten geht es um Missbrauch, Gewalt, Krankheit, Leid – aber auch um Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und den Kampf gegen das Böse. Der Erlös kommt dem Verein Dunkelziffer e.V. zugute.

Girls erklären das Internet

Natürlich bilden all diese Dinge nur einen winzigen Bruchteil dessen ab, was auf dem Buchmarkt und auf der Messe zu finden ist, deswegen schlage ich zuletzt nochmal die Brücke zurück zum Thema Sichtbarkeit, Sexismus, Wikipedia (immer noch hier nachzulesen). Wer den Frohmann Verlag und vor allem die Präraffaelitischen Girls noch nicht kennt, dem stehen wunderbare Entdeckungen bevor. Irgendjemand muss ja das Internet erklären, lassen wir es die Präraffaelitischen Girls tun. Und weil die Verlegerin von Torwächterei und fadenscheinigen Argumenten schon lange genug hat, verlegt sie in Zukunft auch Science Fiction von Frauen. Der Kreis schließt sich …

… und jetzt nehmt alle an der Verlosung teil, lest mehr Bücher und versucht, netter zueinander zu sein. #mehrLiebe

Claudia is a blue-eyed trapeze artist of the lazy kind. Translatrix. Authoress. PhD. And a bit of a nerd. ♫ Zuständig fürs Deutsche bei indieberlin. Schreiben, Übersetzen, in der Literatur rumtreiben. Und Musik. Viel Musik.

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