Exsanguis: Ein Vampirroman ohne Glitzer

Exsanguis_Cover

Wir haben wieder ein Buch aus dem spannenden eygennutz verlag bekommen, Exsanguis Teil 1. Ein Roman über Vampire, der verspricht, dass es ganz ohne Glitzern abgeht, dafür aber mit einem Zirkel von Blutfetischisten, bei dem nicht alles scheint, was es ist. Vampire gehen bei mir eigentlich immer, nach wie vor und trotz Twilight.

Vermeintlicher Alltag

Beim Lesen befindet man sich abwechselnd in den Köpfen der zwei Hauptfiguren und fiktiven Autoren der Geschichte, Sascha Petrovic und Vico Salinus. Die beiden sind klassische „unzuverlässige Erzähler“, die nur jeweils ihre Version der Wahrheit zum Besten geben. Das flirrt manchmal ganz schön, wenn sich die erst wortkarg belanglosen, dann hintergründigen Dialoge am Küchentisch der unfreiwilligen WG entfalten, und manchmal musste ich mich zwischendurch vergewissern, wer gerade spricht. Was man zu sehen bzw. zu lesen bekommt, sind scheinbare Alltagsszenen, hinter denen stets etwas anderes lauert und sich dann auch ganz schnell Bahn bricht: Drogen und Alkohol und Blut, Paranoia und Verfolgungswahn, Liebe und Hass.

Blut und Rausch und Blutrausch

Doch eigentlich passiert gar nicht so viel, relativ gesehen (es handelt sich bei dieser Geschichte ja auch um den Auftaktband einer Reihe, da bleibt also noch einiges zu erwarten!) Es geht vor allem um Atmosphäre, um die Welt im eigenen Kopf, um Blut und Rausch und Blutrausch, aber auch um die vielen unnötigen benebelten Gedanken beim Verlieben: War das gerade eine zufällige Berührung oder etwa doch Absicht? Warum sieht er mich so an, warum macht er mich so nervös, warum will ich ihn dauernd anfassen? Zumindest das hat der Roman mit der glitzer-nervigen Twilight-Story gemein, aber ansonsten erwartet dich tatsächlich eine ganz andere Variante des Vampirmotivs, und ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht mit Sascha und Vico, und den anderen „Spinnern“, wie die beiden den Rest des Figurenensembles nennen.

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Für alle Neugierigen gibt es eine eigene Webseite und dort findet sich auch ein Trailer zum Buch.

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