Ausstellung Agnes Sioda: Vernissage am 11.08.2012 um 19 Uhr

Unser indieberlin Kunst Tipp ist diesmal die Ausstellung

TANDEM / Farbklang|Berlin meets Atelier Goldstein|Frankfurt a.M. mit den teilnehmenden Künstlern:

AGNES SIODA DE VITO

EVA SCHWAB

MATHIAS DEUTSCH

SNESANA MILENCOVIC

SELBERMANN

SINA GUMMICH

VICTOR DÖRSCHMANN

Die Ausstellung läuft vom 14. – 25.8.2012, also geht hin und genießt es!

Und zur Einstimmung könnt ihr hier schon ein exklusiven auszug aus dem indieberlin Interview mit Agnes Sioda über ihren Weg zur Kunst und über indiependent artists in berlin lesen. Enjyo:

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Heiter von Agnes SiodaIch bin in New York im Metropoliten Museum of Art zur Kunst gekommen. In der Zeit als ich in NY war, und das war zu Ostzeiten, war es für mich komplett unmöglich mit irgendjemand dort zu kommunizieren. Wir waren ja so was wie im Feindesland und nicht im Land der großen Freiheit.. Ich durfte also mit niemandem sprechen, keinen einzigen Schritt allein auf der Straße gehen, nicht mal allein zur Hause bleiben. Ich musste in eine russische Schule gehen, damit die Amerikaner nicht meinen Kopf verdrehten. Und da war dieses Museum für mich der einzige Ort der Freiheit. Diese Bilder anzugucken, das war für mich eine Möglichkeit, in eine völlige andere Welt abzutauchen und meine eigene Geschichte dort zu leben. Und das hat mich selbst darauf gebracht, dass ich das ja selber auch machen könnte, dass ich selber über die Bilder auch meine eigene Welt schaffen kann, in der ich frei bin, und alles frei machen kann, was ich will.

Und so hatte es angefangen, seitdem habe ich ganz viel gezeichnet und gemalt, und das hat nie wieder aufgehört.

Wieso abstrakt?

Ich glaube, ich habe wie jeder andere auch zur Natur gemalt …und versucht ,meine Geschichte zu erzählen, und dann als ich älter wurde, zur DDR Zeiten gab es das Malen im „Sozialistischen Realismus“, wie es sich nannte. Das war anerkannte Staatsmalerei und die war mir zu wider. Und ich habe nach etwas gesucht, wie ich dem entgehen kann und bin auf einige Maler gestoßen, die völlig abstrakt gemalt haben und die haben mich total begeistert. Und so habe ich das für mich als Form entdeckt. Und finde es nach wie vor total spannend, weil man so frei bleibt von Interpretation oder von Wertung, wenn man wirklich so offen bleiben kann.

ga-01-party von Agnes Sioda

Was ist Berlin für dich, als Künstlerin? Ist das eine kreative Stadt, in Vergleich zu Paris oder NY?

Ich empfinde Berlin als einen ganz großen Freiraum, weil man hier die Möglichkeit hat, mit nicht so viel Geld einfach zu arbeiten und Sachen auszuprobieren. Im Paris oder in NY ist das wirklich so, dass man die meisten Energie verwendet , um zu gucken wie man überlebt, und dann bliebt nicht viel Energie übrig, um wirklich kreativ zu sein. Es ist natürlich auch ein großer Antrieb, dass man irgendwie so sehr ums Überleben kämpfen muss, aber dabei bleibt eben sehr viel auf der Strecke. Und insofern finde ich das in Berlin als großes Geschenk. Und wenn ich auf die ganze Stadt gucke gibst es dann natürlich unheimlich viel Schrott, der produziert wird, auch ein bisschen weil die Druck fehlt, glaube ich, und weil es nicht drauf ankommt, aber es gibt auch viele Leute, die ganz überraschend gute Sachen machen und die man einfach auf der Straße an einer Ecke treffen kann, und die auch kein große Gewese machen aber einfach da sind und arbeiten. Das finde ich großartig.

Das Interview ist ein Auszug eines längeren Videointerviews mit Agnes Sioda – bald auch auf indieberlin zu sehen.

Interview by Noel Maurice
(reverbnation.com/noelmaurice)

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