Heute schon Kultur genossen? Die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow starten 2013 kulturell durch!

Heute schon Kultur genossen? Die Neuen Kammerspiele Kleinmachnow starten 2013 kulturell durch!

Der dunkelrote Vorhang öffnet sich. Auf meinem nostalgisch-rot bepolsterten Holzsitz warte ich auf den Beginn des Films, als sich in meinem Rücken noch einmal die schwere Tür zum Kinosaal öffnet. Michael Martens, einer der beiden Geschäftsführenden der Neuen Kammerspiele Kleinmachnow, bittet, eventuelle Störungen von Ton und Bild zu entschuldigen – der Film wird analog vorgeführt. Und er bedankt sich. Für die Unterstützung der Kulturgenossenschaft Neue Kammerspiele Kleinmachnow. So heißen die ehemaligen Kammerspiele jetzt und auch wenn sie äußerlich immer noch wie ein Relikt aus vergangenen Kinotagen wirken, sind sie dennoch im Begriff, sich mit und durch Carolin Huder und Michael Martens deutlich zu verändern.

Die beiden sind die Geschäftsführer und Initiatoren der Kulturgenossenschaft Neue Kammerspiele Kleinmachnow. Huder ist Kulturmanagerin und geschäftsführende Gesellschafterin des Heimathafens Neukölln, Martens ist Diplomvolkswirt und Cineast. Das 1938 erbaute und in den letzten Jahren hauptsächlich als Kino genutzte Haus soll zu einer kulturellen Begegnungsstätte werden, für Kleinmachnower Künstler und Kulturinteressierte gleichermaßen wie für Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung. Neben Filmvorführungen sollen unter anderem auch Theater, Lesungen und saisonale Festivals als feste Bestandteile des Programms etabliert werden.

Nachdem im November schon Dieter Moor eine sofort ausverkaufte Lesung gegeben hatte und im Dezember Wladimier Kaminer in den Neuen Kammerspielen aus seinem neuen Buch gelesen hat, sind in nächster Zeit beispielsweise noch einmal Dieter Moor als Zusatzveranstaltung am 19.01. aber neu auch Harry Rowohlt ( 28.4.2013) angekündigt.

Auch ein Bistro soll in den Räumen des Hauses seinen Platz finden. Der Verkauf von hausgemachten, nach Möglichkeit aus ökologischen, fair gehandelten und/oder regionalen Produkten hergestellten Speisen und Getränken stellt laut Konzept der Neuen Kammerspiele die Basis für die Finanzierung des Projektes dar.

Das Prinzip der Genossenschaft trägt zum einen ebenfalls zur Finanzierung der Neuen Kammerspiele bei, soll jedoch auch eine höhere Identifikation der Kleinmachnower mit dem Kulturhaus bewirken. Bis zu 20 Anteile im Wert von je 250 Euro kann jeder Bürger erwerben und so zum „Kulturgenossen“ werden. Die Marke von mindestens 100 verkauften Anteilen bis Ende 2012 wurde schon erreicht und damit die Unterstützung der Kommune in Höhe von 200.000 Euro gesichert. Sollten bis Ende nächsten Jahres insgesamt mindestens 200 Anteile verkauft worden sein, käme erneute Unterstützung der Kommune in gleicher Höhe hinzu. Diese Anschubfinanzierung ist laut Huder und Martens auch dringend nötig.

Die Neuen Kammerspiele sollen sich schließlich in absehbarer Zukunft finanziell selbst tragen können und schon in nächster Zeit erste Sanierungsmaßnahmen, der Einbau einer neuen Licht- und Tonanlage sowie der Aufbau des schon erwähnten Bistros in Gang gesetzt werden. Außerdem soll schnellstmöglich digitale Vorführtechnik angeschafft werden. Bis es soweit ist und für mich heute Abend heißt es jedoch noch einmal auf analoge Art und Weise: „Film ab!“.

http://www.neuekammerspiele.de/ 

Artikel: Lisa Sophie Apelt, Fotos: Mia Morris / indieberlin

 

 

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